Netzhaut- und Glaskörper

Bei der Netzhaut oder fachsprachlich Retina handelt es sich um Schichten von hoch spezialisiertem Nervengewebe, die den hinteren Abschnitt des Auges auskleiden. Millionen Zellen sorgen hier dafür, dass Lichtinformationen in elektrische Impulse umgewandelt werden. Eine intakte Netzhaut ist immens wichtig für das Sehen.

Der Glaskörper, der sich zwischen Linse und Netzhaut befindet, füllt etwa zwei Drittel der hinteren Augenkammer aus und stabilisiert die Form des Augapfels. Seine gallertartige Substanz besteht hauptsächlich aus Wasser.

Wenn die Netzhaut erkrankt, ist häufig auch der Glaskörper betroffen, und umgekehrt.

Bei bestimmten Diagnosen ist eine Entfernung des Glaskörpers aus dem Auge indiziert. Folgende Umstände können eine sogenannte Vitrektomie nötig machen:

  • Der Glaskörper ist für eine Netzhautablösung bzw. die Entstehung von Netzhautlöchern verantwortlich.
  • Es ist zu Einblutungen in den Glaskörper gekommen, die sich nicht innerhalb von wenigen Wochen zurückgebildet haben.
  • Es wurde eine Entzündung des Glaskörpers diagnostiziert bzw. ein Fremdkörper muss entfernt werden.

Zahlreiche Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen können mit einer Vitrektomie behandelt werden:

  • Makulaloch (Makulaforamen)
  • Epiretinale Gliose (Macular pucker)
  • Netzhautablösung (Amotio oder Ablatio retinae)
  • Proliferative diabetische Retinopathie
  • Glaskörperblutung
  • Akute submakuläre Blutung

Netzhaut- und Glaskörper Chirurgie

Wie läuft eine Pars-plana-Vitrektomie (PPV) ab?

Im Regelfall erhalten Sie vor dem Eingriff von uns eine örtliche Betäubung, gerne können wir Ihnen bei Bedarf auch ein Beruhigungsmittel verabreichen. Lediglich bei komplexeren Fällen führen wir die PPV unter Vollnarkose durch. Der genaue Ablauf der ambulanten Operation gliedert sich in drei Schritte:

Schritt 1

Über kleine Einschnitte werden die feinen Arbeitsinstrumente in den Glaskörper eingeführt (minimal-invasive Chirurgie). Unter dem hochauflösenden Operationsmikroskop kann der Eingriff dann durchgeführt werden.

Schritt 2

Der gelartige Glaskörper wird komplett oder in Teilen mithilfe eines Saug-/Schneidgeräts vorsichtig entfernt. Abhängig davon, welche Augenerkrankung diagnostiziert wurde, werden im Anschluss unterschiedliche Arbeitsschritte durchgeführt: Epiretinale Membrane können entfernt werden (Membrane Peeling), ein Anlegen der abgelösten Netzhaut ist ebenso möglich wie das Ausräumen einer Blutung.

Schritt 3

Oftmals ist es medizinisch notwendig, in einem letzten Schritt Flüssigkeiten, Gas, Silikonöl oder auch Medikamente in das Auge einzubringen, um den entstandenen Hohlraum aufzufüllen und zu stabilisieren. Insbesondere bei Netzhautablösungen empfiehlt sich der Einsatz von Silikonöl, das jedoch nach einiger Zeit wieder abgesaugt werden muss, um eine höhere Sehkraft zu erreichen und Komplikationen zu vermeiden. Gas und Flüssigkeit werden hingegen vom Körper durch eigene Flüssigkeit ersetzt. Im Rahmen der PPV kann gegebenenfalls auch eine ergänzende Laserbehandlung durchgeführt werden.

Wohlbefinden und Sicherheit unserer Patienten haben für uns oberste Priorität. Dank der minimal-invasiven Vitrektomie (chirurgische Entfernung des Glaskörpers) können wir auch komplizierte Eingriffe mit relativ geringem Risiko durchführen. Da wir für die PPV hochfeine Arbeitsinstrumente von lediglich 0,5 mm (25 g) einsetzen und Mikrokanülen für die Instrumentenzugänge verwenden, sind die erforderlichen Schnitte in Binde- und Lederhaut minimal. Diese Zugangswege verschließen sich im Normalfall von alleine, auf Nähte können wir daher verzichten.

Buckel- und Plombenchirurgie

Bei bestimmten Situationen einer drohenden oder vorhandenen Netzhautablösung, die aufgrund eines bestehenden Netzhautloches entstanden ist, besteht im Aufnähen eines kleinen Silikonschlauches auf die Lederhaut des Augapfels ein sehr schonendes Verfahren zur weiteren Vorbeugung von Schäden an der Netzhaut und zur Wiederanlage einer möglichen Netzhautablösung.

Cryo-Therapie

Bei sehr weit außen im Augapfel befindlichen Netzhautdefekten besteht die Möglichkeit im Bereich des Defektes durch eine Kältebehandlung eine Narbe zu induzieren, die das Augen vor weiterem Schaden schützt.

Insgesamt besteht in der Augenklinik Moers sowohl in der geräte-technischen als auch personellen Ausstattung die Möglichkeit einer zeitnahen und vollumfänglichen Netzhautchirurgischen Versorgung. Dieses Angebot wird durch die Einrichtung unseres speziellen Netzhaut-Telefons vervollständigt.

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